
Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde die Tanzfläche auf der Landesgartenschau Neuss zum Treffpunkt für Bewegung, Begeisterung und ganz viel gute Laune – und mittendrin: der ehemalige „Let’s Dance“-Juror Roman Frieling.
Bei strahlendem Sonnenschein und schweißtreibenden 38,5 Grad im Schatten verwandelte sich die Landesgartenschau in Neuss am Samstag in eine große Open-Air-Tanzfläche. Verantwortlich dafür war kein Geringerer als der ehemalige „Let’s Dance“-Juror Roman Frieling, der zahlreiche Besucher mit seiner energiegeladenen Art in Bewegung brachte. In der vierten und fünften Staffel der beliebten Tanzshow saß Frieling in der Jury.
Schon kurz nach Beginn war klar: Trotz der Hitze wollte sich niemand dieses besondere Event entgehen lassen. Unter Schatten spendenden Bäumen wurde getanzt, gelacht und mitgemacht. „Es hat wirklich richtig Spaß gemacht“, verrät Besucherin Chiara. Roman Frieling selbst ließ sich von den Temperaturen nicht bremsen. Mit Charme, Humor und viel Erfahrung animierte er die Gäste immer wieder aufs Neue. „Wer auf Gras tanzen kann, kann überall tanzen“, rief er augenzwinkernd ins Publikum und traf damit genau den Nerv der Anwesenden. Unterstützt wurde er von Julia Grillenberger, einer ausgewiesenen Line-Dance-Spezialistin, die besonders beim partnerlosen Tanzen für Begeisterung sorgte. „Beim Line Dance kann wirklich jeder mitmachen. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener“, erklärte sie.
Das Konzept kam an: Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, ohne Anmeldung einfach einzusteigen und neue Tanzschritte auszuprobieren. Von Walzer über Discofox bis hin zu Salsa – das abwechslungsreiche Programm bot für jeden Geschmack etwas. Besonders beliebt war der Line-Dance-Block, bei dem auch Einzelpersonen ohne Tanzpartner sofort integriert wurden. Den krönenden Abschluss bildete die große Laga-Tanzparty, bei der noch einmal alle gemeinsam das Tanzbein schwangen.
Auch einige Fans waren extra angereist, um Roman Frieling live zu erleben. Kerstin und Hartmund Belitz aus Dormagen nahmen sogar eine 20 Kilometer lange Fahrradstrecke auf sich. „Ich bin ein riesiger ‚Let’s Dance‘-Fan, da musste ich einfach hin“, sagte Kerstin Belitz lachend. Ihr Mann Hartmund ergänzte schmunzelnd: „Ich bin aus Liebe wegen mitgekommen, aber es hat sich absolut gelohnt.“ Die beiden waren begeistert von der Stimmung und der Nähe zum Tanzprofi. Auch aus Düsseldorf waren Gäste angereist. Chiara, Sprecherin des Studierendenwerks Düsseldorf, zeigte sich beeindruckt: „Das Konzept ist einfach großartig: offen, niedrigschwellig und total mitreißend.“
Roman Frieling blickt selbst auf eine lange Tanzkarriere zurück. Viele Jahre war er unter anderem Tanzlehrer für die Rheinische Post und hat Generationen von Tänzern geprägt. Seine Verbindung nach Neuss entstand ursprünglich über das Schützenwesen. „Ich habe damals als Tanzlehrer für den Schützenkönig angefangen“, erzählte Frieling. Über diese Verbindung fand er schließlich seinen Weg in die Region und ist ihr bis heute treu geblieben. Heute engagiert er sich unter anderem auch in Schulen und bringt Jugendlichen das Tanzen näher. „Wir tanzen mit ganzen neunten Klassen und die Einstellung hat sich komplett verändert“, berichtete er. Tanzen sei längst nicht mehr altmodisch, sondern Ausdruck von Lebensfreude.
Diese Begeisterung war auch auf der Landesgartenschau deutlich spürbar. Trotz der extremen Hitze hielten viele Besucher bis zum Schluss durch. Auch die Veranstalter zeigten sich zufrieden. Lynn Effenberger von der Landesgartenschau erklärte: „Wir prüfen gerade, ob wir den Termin noch einmal anbieten können. Viele Besucher haben sich das gewünscht, am liebsten bei etwas kühleren Temperaturen.“ Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. Ein entscheidender Faktor war dabei die unkomplizierte Teilnahme: ohne Anmeldung, ohne Kosten einfach vorbeikommen und mitmachen. Diese Offenheit sorgte dafür, dass sich auch viele Neulinge auf die Tanzfläche trauten. Und wer einmal dabei war, wollte oft gar nicht mehr aufhören.
Text: Ella Malomo · Neuß-Grevenbroicher Zeitung, 29. Juni 2026
